Die Täter

Zum Täter Jens Sch. (Geb. 1966)

Zur Tatzeit war Sch. bereits 26 Jahre alt. Aufgewachsen war er in einem Kinderheim in der DDR. Dort kam er in Kontakt mit Gewalt und Alkohol. Bis zur Tat war er schwerst Alkoholabhängig, trank in Haft – laut Zeitungsartikeln – Rasierwasser und Löttinktur.
Noch zu DDR-Zeiten machte er einen Ausbildung beim „Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Hans Beimler Hennigsdorf” (LEW Hennigsdorf). Gleichzeitig wurde er kriminell.
Am 27.06.1983 wurde er zum ersten Mal wegen mehrfachen und teils versuchtem Diebstahls zu 1 Jahr und 4 Monaten Haft auf Bewährung nach Jugendstrafe verurteilt. Bereits am 23.08.1983 wurde er erneut verurteilt, diesmal zu zwei Jahren Haft. Der Vorwurf: „mehrfacher Diebstahl, unbefugter Kraftfahrzeugbenutzung und Nachrichtenverkehrsstörung“, er sprach von „Mopeds und Bierkisten klaun“. Am 06.03.1986 erledigte sich der Strafvolzug und schon am 02.08.1986 folgte eine erneute Verurteilung wegen mehrfacher Körperverletzung und Beihilfe zum versuchten Diebstahl. Diesmal war es eine zehn monatige Freiheitsstrafe.Am 04.03.1988 wurde er zu 1,5 Jahren verurteilt, wegen Erpressung in Tateinheit mit Körperverletzung. Er hatte einen Fußgänger mit einem Moped angefahren und von ihm 15 Mark verlangt. später folgten mehrere Freiheitsstrafen wegen Körperverletzung und Erpressung.

Zum Tatzeitpunkt war Sch. erwerbslos und soll Mitglied der rechten Skinheadszene Oranienburgs gewesen sein.

Er wurde zu acht Jahren Freiheitsentzug wegen Totschlags verurteilt, dabei schloss das Gericht, unter Vorsitz von Ulrich Suchan, eine Unterbringung in einer Entzugseinrichtung trotz Alkoholkrankheit aus.
Das Gericht sah einen Entzug als aussichtslos, da es keine ernsthafte Therapeibereitschaft erkennen konnte. Bereits 1968 wurde er neben einer Freiheitsstrafe zu einer Therapie verurteilt, die Mangels an Motivation abgebrochen wurde.
Strafschärfend sah das Gericht, dass seine Straftaten von mal zu mal sich steigerten. „Seine anfänglich gegen Sachen gerichtete Aggression gingen in Gewaltaten gegen Menschen über […] Nach mehrfachen Körperverletzungen folgte nun die abzuurteilende Tat“, so dass Gericht.

Derzeit stehen noch einige Fragen im Raum:

Gibt es weiteres zu Jens Sch. seiner Vita?

War er bereits zu DDR-Zeiten in der rechten Szene aktiv? War und wenn ja, in welchen Strukturen war er aktiv?

Ist er immer noch Teil der rechten Szene? Oder hat er im Gefängnis mit der Ideologie gebrochen und die Tat kritisch reflektiert?

Für Hinweise sind wir dankbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.