Die Tat

In der Nacht vom 18.12.1992 zum 19.12.1992 tranken die Neonazis Jens Sch., Mirko Varschen (später Zeuge im Prozess) sowie weitere Personen in der Kneipe „Havelkrug“ in der Emil-Polesky-Straße 25. Am späten Abend wollten alle weiter in den Klub „G-Haus“ in der damaligen „Straße des Friedens“ (heute die Bernauer Straße). Sch. wollte Anfangs mit, entschied sich allerdings um, als die Taxen ankamen. Er ändert kurz danach seine Meinung und wollte nun doch ins „G-Haus“ und ging auf den Parkplatz hinter der Kneipe. Zeitgleich wollte Hans-Jochen Lommatzsch nach seinem neu erworbenen Auto sehen, welches auf dem Parkplatz hinter seinem Wohnhaus stand. Er lebte damals mit seiner Frau Margarethe in der Leninallee 64, der heutigen Berliner Straße.

Jens Sch. und Hans-Jochen Lommatzsch trafen gegen 23 Uhr am 18.12.1992 auf dem Parkplatz aufeinander. Da Hans-Jochen Lommatzsch sein Auto begutachtete, versuchte sich Sch. als Hilfspolizist und rief laut Zeitungsberichten „Autoklau ist hier nicht“ und schlug ohne eine Antwort von Hans-Jochen Lommatzsch abzuwarten auf diesen ein. Vor Gericht gab Sch. an, er dachte Lommatzsch sein ein Autodieb. So zumindest gab es Sch. vor Gericht zu Protokoll. Lommatzsch fiel mit dem Hinterkopf auf den Boden, anschließend trat Sch. mehrmals auf den inzwischen reglos auf dem am Boden liegenden ein. Hauptsächlich trat er gegen den Brustkorb und den Hals- und Wirbelbereich.

Wer Hans-Jochen Lommatzsch fand ist bisher unbekannt, denn Sch. rannte weg als er Stimmen hörte. Vermutlich waren es Mitarbeiter des „Havelkrug“. Rettungskräfte, welche Hans-Jochen Lommatzsch am Unfallort versorgten konnten gegen 0.35 Uhr leider nur noch den Tod feststellen. Die Polizei tappte Anfangs im Dunkeln und nahm eine Person aus dem Wohnhaus von Lommatzsch fest. Warum sie die Person festnahmen ist bislang unklar.

Sch. rannte direkt vom Tatort nach Hause, wusch sich die blutigen Hände sauber und wechselte seine blutige Schuhe. Anschließend ging er ins „G-Haus“ um Varschen zu erzählen, dass er eine körperliche Auseinandersetzung hatte. Da Varschen ihn abwies ging Sch. am nächsten Tag erneut zu ihm und erzählte ihm von einer „Schlägerei mit einem Autoknacker“, welchen er beim Autoklau überrascht hatte. Nachdem Varschau und auch Sch. herausfanden, dass die Person, mit welcher sich Sch. geschlagen hatte gestorben ist und er hörte, dass eine andere Person festgenommen wurde, spielte er mit dem Gedanken sich zu stellen. Auch Varschen rieht ihn dazu, doch Sch. ging lieber seinen „normalen“ Tagesablauf nach. Erst am 21.12.1992 nahm die Polizei Oranienburg ihn in seiner Wohnung fest. Laut Presseberichten hatte er Blutanhaftungen an Kleidungsstücken, welche ein Zeuge noch in der Tatnacht sah.

Die Ehefrau von Hans-Jochen Lommatzsch, Margarethe, hatte nichts mitbekommen. Sie wurden durch die Polizei am nächsten Tag zur örtlichen Wache gebeten, um ihren Mann zu identifizieren.
Als Todesursache wurde ein Schädelbasisbruch analysiert. Ferner hatte Lommatzsch weitere Verletzungen, die zeigen mit welcher brutaler Gewalt Sch. seine Tat beging.

Die Oduktion sagt zwar, dass er aufgrund des Schädelbasisbruchs starb, doch auch die übrigens starken Verletzungen, z.B. die massiven Rippenbrüche hätten ebenfalls tödliche Folgen gehabt.

Jens Sch. wurde zu 8 Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt.

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