Vorstellung der Initiative „Kein Vergessen Oberhavel“

1992 und 1994 wurden in Oberhavel (Brandenburg) drei Menschen von Neonazis umgebracht. Am 03.01.1992 wurde der 18-jährige Ingo L. in Klein-Mutz von 15 Neonazis erschlagen. Am 18.12.1992 brachten zwei Neonazis den Oranienburger Hans-Jochen Lommatzsch auf einem Parkplatz um. In Velten ermordete ein Neonazi am 06.08.1994 Gunther Marx. Alle drei Fälle haben Gemeinsamkeiten. Sie sind staatspolitisch nicht anerkannt als Opfer rechter Gewalt. Für alle drei gibt es kein würdiges Gedenken. In den Fällen von 1992 gab es nur eine geringe, bzw. keine mediale Beachtung der Fälle. In den Fällen des Oranienburger Hans-Jochen Lommatzsch und des Velteners Gunther Marx liegt es daran, dass diese nicht Teil einer der Opfergruppen war, welche sonst von Neonazis angegriffen werden. Dabei wird der ideologische Kontext ignoriert, obwohl er eindeutig die Hemmschwelle zur Anwendung exzessiver Gewalt an Menschen senkt. Beim Fall Ingo L. dagegen handelte es sich um einen jungen Linken, doch auch hier gibt es keine Anerkennung als Opfer von rechter Gewalt.

Die Initiative „Kein Vergessen Oberhavel“ hat es sich zur Aufgabe gemacht die genauen Hintergründe zur Tat herauszufinden und aufzuarbeiten. Wichtig dabei ist auch zu beobachten, wie sich die Menschen in den Orten, speziell die Täter zur Tat verhalten und ein aktives Gedenken an die Opfer rechter Gewalt durchzuführen.
Auf politischer Ebene fordert die Initiative eine Anerkennung dieser, bzw. ALLER Opfer von rechter Gewalt in den offiziellen Zahlen, sowie eine kritische Überprüfung bei vergangenen Fällen bei denen Neonazis als Täter aktiv waren.

Die Initiative “Kein Vergessen Oberhavel” ist überparteilich und besteht aus Antifaschisten aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen Oberhavels.

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